IBM: KI-bedingte Entlassungen

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Lisa Ernst · 05.11.2025 · Technik · 12 min

Die Ankündigung von IBM, tausende Stellen abzubauen, während gleichzeitig US-Techriesen Rekordgewinne mit KI-Investitionen erzielen und Beratungsfirmen wie Boston Consulting Group Banken Milliarden-Profite durch KI-Agenten prognostizieren, wirft Fragen auf. Dieses Spannungsfeld aus Entlassungen, Gewinnfantasien und Aktienrally erfordert eine genaue Betrachtung: Welche Jobs werden heute schon ersetzt, welche neu geschaffen – und was bedeutet das konkret?

KI und Arbeitsmarkt

Wenn von IBM-Entlassungen wegen künstlicher Intelligenz die Rede ist, geht es nicht um den direkten Ersatz eines Menschen durch einen Roboter, sondern um eine strategische Neuausrichtung: weg von personalintensiven Bereichen, hin zu skalierbaren Softwareprodukten, Cloud-Plattformen und KI-Diensten. Dies bestätigen Berichte, die eine Fokussierung auf Software und Cloud-Wachstum hervorheben. Künstliche Intelligenz umfasst hier Systeme, die Daten auswerten, Prognosen treffen oder Entscheidungen unterstützen, wie Sprachmodelle, Betrugserkennung oder automatisierte Support-Assistenten.

Solche Systeme manifestieren sich zunehmend in sogenannten KI-Agenten: Software-Bausteine, die eigenständig Aufgaben übernehmen, etwa Kundenanfragen bearbeiten, Kreditanträge prüfen oder IT-Tickets bearbeiten, oft mit Zugriff auf interne Datenbanken und Workflows. Die Boston Consulting Group beschreibt KI-Agenten als nächste Ausbaustufe, die nicht nur einzelne Aufgaben automatisiert, sondern komplette Prozessketten orchestriert und mit Menschen zusammenarbeitet.

Im Bankensektor sind KI-Anwendungen bereits vielfältig: Chatbots im Kundenservice, Algorithmen zur Risikoprüfung, automatisierte Betrugsüberwachung und Tools, die Berater mit personalisierten Cross-Selling-Vorschlägen versorgen. Gleichzeitig warnen Arbeitsmarktstudien, dass KI nicht nur Routinetätigkeiten, sondern zunehmend auch nicht-routinemäßige, kognitive Aufgaben in gut bezahlten Berufen, etwa in der Finanzanalyse oder im Rechtswesen, beeinflusst.

IBM hat bestätigt, in der zweiten Jahreshälfte 2025 eine kleine einstellige Prozentzahl seiner weltweit rund 270.000 Mitarbeitenden abzubauen, was tausende Stellen bedeutet. Das Management begründet den Schritt mit einer stärkeren Konzentration auf das margenstarke Softwaregeschäft, insbesondere die Red-Hat-Sparte, sowie KI-gestützte Cloud-Services. Mehrere Berichte betonen, dass Funktionen in Verwaltung und Support überproportional betroffen sind, während in Bereichen wie Vertrieb, Softwareentwicklung und KI-Engineering weiter eingestellt wird, wie India Today berichtet.

IBM reiht sich damit in eine breitere Welle von Tech-Restrukturierungen ein, bei denen unter dem Schlagwort "AI-first" ganze Teams neu zugeschnitten, Standorte gebündelt oder Management-Ebenen verschlankt werden, wie People Matters Global festhält. Parallel melden Plattformen wie YouTube Umstrukturierungen, bei denen KI als Grund für neue Organisationsmodelle und freiwillige Ausstiegsprogramme genannt wird, auch wenn dort offiziell keine Massenentlassungen angekündigt wurden, so Business Insider.

Arvind Krishna, CEO von IBM

Quelle: inside-it.ch

Arvind Krishna, CEO von IBM, dessen Aussagen zu KI-bedingten Stellenstreichungen eine breite Debatte ausgelöst haben.

Belegt ist, dass IBM in diesem Quartal weltweit tausende Stellen abbauen will, was einer niedrigen einstelligen Prozentzahl der rund 270.000 Beschäftigten entspricht, und dass das Unternehmen diesen Schritt mit einer stärkeren Fokussierung auf Software, Cloud und KI begründet, wie das Wall Street Journal berichtet. Mehrere Berichte bestätigen, dass insbesondere Support- und Backoffice-Rollen betroffen sind, während in strategischen Bereichen rund um KI und Software weiter rekrutiert wird, wie India Today hervorhebt. Dass KI bereits heute handfeste Jobveränderungen auslöst, zeigt das Beispiel Salesforce, wo nach eigenen Angaben 4.000 Supportstellen durch KI-Agenten ersetzt oder verlagert wurden, die inzwischen etwa die Hälfte aller Kundeninteraktionen übernehmen.

Unklar bleibt, wie viele der bei IBM gestrichenen Stellen direkt durch konkrete KI-Systeme ersetzt werden und wie viele vor allem durch klassische Effizienzprogramme oder Standortbündelungen wegfallen, wie Yahoo Finance anmerkt. Auch bei den Bankzahlen handelt es sich um Szenarien, nicht um Garantien: Die 300 Milliarden Euro Gewinnpotenzial setzen voraus, dass Institute KI breit ausrollen, organisatorische Hürden überwinden und regulatorische Vorgaben erfüllen, wie die BCG-Studie erläutert.

Falsch oder zumindest irreführend wäre die Schlussfolgerung, KI vernichte kurzfristig "alle Bürojobs" oder mache menschliche Arbeit insgesamt überflüssig. Der IWF schätzt, dass weltweit etwa 40 Prozent der Jobs von KI betroffen sein werden, in entwickelten Volkswirtschaften sogar rund 60 Prozent, betont aber zugleich, dass es sowohl Gewinner als auch Verlierer geben wird. Der World Economic Forum "Future of Jobs Report 2023" zeigt, dass in den nächsten fünf Jahren voraussichtlich genauso viele neue Jobs entstehen wie alte wegfallen, vor allem durch neue Technologien und die grüne Transformation. Studien von OECD und PwC belegen, dass KI häufig einzelne Aufgaben innerhalb eines Berufes automatisiert, nicht den gesamten Beruf, und dass viele Tätigkeiten dadurch eher anspruchsvoller und besser bezahlt werden, statt zu verschwinden.

Quelle: YouTube

Für dich als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer bedeutet die Entwicklung zunächst, dass du KI nicht ignorieren kannst, egal in welcher Branche du arbeitest. Studien zeigen, dass Berufe mit hoher KI-Exponiertheit – etwa Finanzanalysten, Kundenservicekräfte, Softwareentwicklerinnen oder Administrationsmanager – starke Veränderungen der gefragten Skills erleben, aber gleichzeitig oft auch besonders hohe Produktivitätszuwächse verzeichnen, wie PwC darlegt. Der World Economic Forum Bericht betont, dass die meisten Unternehmen planen, massiv in Weiterbildung und Umschulung zu investieren, statt einfach nur abzubauen.

Konkret heißt das: Die gefährdeten Rollen sind dort zu finden, wo sich Aufgaben sehr klar strukturieren und in Regeln fassen lassen, etwa einfache Callcenter-Tätigkeiten, Datenpflege, Standard-Backoffice oder klassische First-Level-Support-Jobs, wie Forbes analysiert. Gleichzeitig entstehen neue Aufgaben rund um Datenqualität, KI-Governance, Customer Experience, Beratung und die Entwicklung neuer digitaler Produkte, die menschliche Kreativität, Empathie und Verantwortungsbewusstsein brauchen, wie die OECD aufzeigt. Der Übergang ist jedoch nicht automatisch fair: Ohne aktive Umschulung, soziale Absicherung und klare Regeln kann es für einzelne Gruppen hart werden, wie der IWF warnt.

Für Kundinnen und Kunden von Banken bedeutet der KI-Schub, dass du häufiger zuerst mit einem Chatbot oder Sprachassistenten zu tun haben wirst, der Standardfragen beantwortet, Überweisungen ausführt oder einfache Kreditentscheidungen vorprüft, wie der OpenText-Report beschreibt. Im Idealfall werden Prozesse schneller, Angebote passgenauer und Betrugsversuche besser erkannt; im Worst Case drohen Intransparenz, automatisierte Fehlentscheidungen und das Gefühl, nur noch mit Maschinen zu sprechen, wie BCG anmerkt.

Noch ist nicht klar, wie sich die IBM-Entlassungen wegen künstlicher Intelligenz langfristig auf die Beschäftigungsstruktur im Konzern auswirken, also wie viele der wegfallenden Jobs durch neue Rollen in KI-Entwicklung, Datenanalyse oder Beratung ersetzt werden. Vergleichbare Fälle wie bei Salesforce zeigen, dass Unternehmen in Teilen Personal in Wachstumsbereiche verlagern, gleichzeitig aber netto dennoch Stellen abbauen, wie das San Francisco Chronicle berichtet. Hier braucht es unabhängige Langzeitstudien, die die tatsächlichen Nettoeffekte von KI-Programmen auf Beschäftigung und Löhne untersuchen, wie die OECD fordert.

Auch im Bankensektor sind viele Zahlen Szenarien mit Unsicherheiten. Ob die prognostizierten 300 Milliarden Euro zusätzlicher Gewinn wirklich erreicht werden, hängt von Regulierung, Cyberrisiken, Wettbewerb durch Fintechs und der Akzeptanz bei Kundinnen und Kunden ab, wie BCG erläutert. Weitere Forschungsfragen betreffen die Verteilung: Werden KI-Gewinne vor allem an Aktionäre ausgeschüttet, in Preise und Konditionen für Kunden weitergegeben oder in Weiterbildung der Belegschaft reinvestiert, fragt BCG.

Auf Makroebene bleibt die Unsicherheit, wie stark KI global Arbeitsnachfrage und Löhne beeinflussen wird. Schätzungen reichen von moderaten Produktivitätsgewinnen mit begrenzten Verschiebungen bis hin zu Szenarien, in denen hunderte Millionen Beschäftigte weltweit ihre Tätigkeit wechseln müssen, wie McKinsey aufzeigt. Internationale Organisationen wie OECD und IWF fordern daher bessere Datengrundlagen, standardisierte Indikatoren für KI-Exponiertheit und koordinierte Politikansätze, um Ungleichheiten zu begrenzen.

Unternehmensstrategien

Hinter den IBM-Entlassungen wegen künstlicher Intelligenz steckt eine klassische Portfolio-Logik: Personal wird dort reduziert, wo Umsätze stagnieren oder Margen sinken, und Kapital wird dorthin verschoben, wo skalierbare, wiederkehrende Erlöse winken. Software, Cloud-Abonnements und KI-Dienste lassen sich weltweit verkaufen, ohne dass jeder zusätzliche Kunde eine neue Vollzeitstelle erfordert, während Support- und Verwaltungsbereiche traditionell mit der Größe des Unternehmens mitwachsen. KI beschleunigt diese Entwicklung, weil sie Routineaufgaben in Backoffice, HR oder Kundendienst automatisierbar macht.

Integration von Künstlicher Intelligenz in die Arbeitswelt

Quelle: klamm.de

Die Integration von Künstlicher Intelligenz in die Arbeitswelt führt zu Diskussionen über Jobverluste und die Notwendigkeit neuer Qualifikationen.

Für Banken ist der Anreiz ähnlich, nur enger an regulatorische Anforderungen und Margendruck gekoppelt. Seit Jahren schrumpfen die Zinsmargen in vielen Märkten, während Kosten für Regulierung und IT steigen, was KI als Hebel für Effizienzgewinne und neue Erträge attraktiv macht, wie der OpenText-Report festhält. BCG argumentiert, dass Institute, die KI-Agenten nur punktuell einsetzen, vor allem bei Produktivitätsgewinnen im Kleinen landen, während "AI-first"-Banken ganze Wertschöpfungsketten automatisieren und so signifikant höhere Gewinne erzielen können. Im Klartext: Wer konsequent digitalisiert, kann mehr Kundinnen und Kunden mit weniger Personal bedienen – oder bei gleicher Belegschaft neue Ertragsquellen erschließen.

In der Unternehmenswelt dominieren derzeit optimistische Stimmen, die KI als Chance sehen, effizienter und innovativer zu werden. BCG und andere Beratungen fordern Banken offen dazu auf, die "AI-first"-Transformation zu beschleunigen, um nicht Marktanteile zu verlieren, und verweisen auf frühe Beispiele von Banken, die mit KI-gestützten Vertriebs- und Serviceprozessen ihre Profitabilität gesteigert haben. Marktanalysten betonen, dass sich die massiven KI-Investitionen der Techgiganten bereits jetzt in steigenden Umsätzen im Cloud- und Softwaregeschäft widerspiegeln, auch wenn es zwischenzeitlich Zweifel an der Nachhaltigkeit dieser Ausgaben gibt, wie Investopedia berichtet.

Die IBM-Entlassungen wegen künstlicher Intelligenz sind kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer größeren Verschiebung: Unternehmen bauen Personal in Bereichen ab, die sich mit KI und Software leichter skalieren lassen, und investieren massiv in digitale Plattformen, Rechenzentren und datengetriebene Geschäftsmodelle, wie Yahoo Finance zusammenfasst.

Wirtschaftliche Effekte

Im Bankensektor hat Boston Consulting Group einen Bericht vorgelegt, nach dem Retail-Banken weltweit durch großflächige Nutzung von KI, insbesondere KI-Agenten, bis 2030 mehr als 300 Milliarden Euro zusätzlichen Jahresgewinn heben könnten. Die Studie beschreibt sechs Merkmale "AI-first"-Banken, etwa durchgängige Datenplattformen und KI in der gesamten Wertschöpfungskette vom Marketing bis zur Risikosteuerung, wie BCG ausführt. Ein begleitender Fachartikel hebt hervor, dass KI-Agenten schon heute etwa 17 Prozent des wirtschaftlichen KI-Werts generieren und bis 2028 fast 30 Prozent erreichen könnten.

An den Börsen zeigen die jüngsten Quartalszahlen der großen US-Techkonzerne, wie stark Investoren auf diesen KI-Hebel setzen. Nvidia hat seinen Umsatz zuletzt um rund 78 Prozent auf 39,3 Milliarden US-Dollar gesteigert, getragen vom Verkauf spezialisierter KI-Chips. Microsoft hat eine Marktkapitalisierung von etwa 4 Billionen US-Dollar erreicht, angetrieben durch zweistellige Umsatz- und Gewinnzuwächse im Cloud- und KI-Geschäft sowie geplante KI-Investitionen von 80 Milliarden US-Dollar allein im Jahr 2025. Analysen zeigen, dass Google, Meta und Microsoft ihre Investitionen in KI-Infrastruktur weiter aggressiv ausbauen, mit gemeinsam über 300 Milliarden US-Dollar Kapitalausgaben für Rechenzentren und Chips im Jahr 2025.

Trotz zwischenzeitlicher Kursrückschläge betonen Marktberichte, dass Gewinne und Cashflows der großen Techkonzerne wesentlich vom KI-Boom getragen werden, und dass Anleger stark exponiert sind, weil ein großer Teil des weltweiten Aktienindex-Gewichts bei wenigen KI-Schwergewichten liegt, wie The Guardian analysiert. Finanzportale wie Sharecafe verweisen explizit darauf, dass Apple, Nvidia und andere Werte ihre Profitabilität mit KI-getriebenen Diensten und Chips steigern, was die Attraktivität dieser Titel für viele Investoren weiter erhöht.

An den Kapitalmärkten hat sich gleichzeitig eine starke Erzählung etabliert: KI als neuer Wachstumsmotor, der Produktivität in vielen Branchen sprunghaft steigert, wie McKinsey feststellt. McKinsey schätzt das jährliche zusätzliche Wertschöpfungspotenzial generativer KI auf 2,6 bis 4,4 Billionen US-Dollar, vor allem durch Automatisierung wissensintensiver Tätigkeiten. Das verleiht börsennotierten KI-Gewinnern enormen Rückenwind, aber erhöht auch den Druck auf andere Unternehmen, ähnliche Programme aufzusetzen – inklusive Restrukturierungen und Jobabbau.

Ebenfalls belegt ist die BCG-Schätzung, dass Retail-Banken bei konsequentem KI-Einsatz weltweit über 300 Milliarden Euro zusätzliche Jahresgewinne erzielen könnten.

Für Investoren ist wichtig zu verstehen, dass der aktuelle KI-Boom nicht nur Chancen, sondern auch Klumpenrisiken bringt. Wenn ein großer Teil des Börsenwertes auf wenige KI-Gewinner konzentriert ist, können Enttäuschungen bei Gewinnen oder Regulierung die Märkte empfindlich treffen, wie The Guardian warnt. Analysten warnen, dass eine Verlangsamung der KI-Investitionen die Gewinnprognosen für den breiten Markt deutlich dämpfen könnte, weil viele Infrastruktur- und Zulieferunternehmen stark auf diese Ausgaben angewiesen sind, wie Barron's berichtet.

Für Banken bedeutet das, dass KI-Agenten nicht nur ein Trendbegriff sind, sondern potenziell Milliardenbeträge an zusätzlichem Gewinn freisetzen können – wenn Technologie, Organisation und Regulierung zusammenpassen, wie die BCG-Studie zeigt.

Gesellschaftliche Debatte

Medial treffen hier zwei starke Bilder aufeinander: Auf der einen Seite CEOs, die von "AI-first"-Strategien, Rekordgewinnen und Milliardensummen für Rechenzentren sprechen, wie Business Insider berichtet. Auf der anderen Seite Headlines über tausende gestrichene Stellen und warnende Stimmen, die ein "weißes Kragen-Blutbad" prognostizieren, also massive Verluste in gut qualifizierten Büroberufen. Diese Spannung erklärt, warum Nachrichten zu Entlassungen bei gleichzeitigen Rekordgewinnen so hohe Aufmerksamkeit bekommen.

Integration von KI in Unternehmensstrukturen

Quelle: user-added

Die Integration von KI in Unternehmensstrukturen wie bei IBM führt zu tiefgreifenden Veränderungen am Arbeitsmarkt und stellt neue Anforderungen an die Belegschaft.

Auf der anderen Seite warnen Forschende und einige Tech-Pioniere vor sozialen Verwerfungen. Der "Godfather of AI" Geoffrey Hinton etwa hat mehrfach darauf hingewiesen, dass Millionen Jobs durch KI unter Druck geraten könnten und dass ohne politische Steuerung vor allem die Vermögenden profitieren. Ehemalige Tech-Manager wie Mo Gawdat sprechen von bis zu 15 Jahren "Turbulenzen", weil vor allem gut bezahlte Wissensberufe neu verteilt oder automatisiert würden, wenn KI-Systeme immer mehr kognitive Aufgaben übernehmen.

Arbeitsmarktorganisationen und Institutionen wie die OECD versuchen, die Debatte zu erden. Sie betonen, dass KI je nach Gestaltung sowohl Jobqualität verbessern als auch verschlechtern kann: Automatisierung kann monotone Aufgaben reduzieren und Zeit für anspruchsvollere Tätigkeiten schaffen, birgt aber auch Risiken wie höhere Arbeitsintensität, Überwachung und Polarisierung, wenn Qualifizierungsangebote fehlen, wie die OECD ausführt. Gewerkschaften und Arbeitnehmervertretungen fordern deshalb transparente KI-Strategien, verbindliche Weiterbildungsprogramme und Mitbestimmung bei Restrukturierungen, gerade wenn – wie bei IBM – Stellenabbau mit Rekordgewinnen zusammenfällt, wie OECD Education Today berichtet.

Quelle: YouTube

Beim Einordnen von Nachrichten helfen dir ein paar einfache Fragen: Wer profitiert von der dargestellten Perspektive, etwa Beratungen mit KI-Angeboten oder Unternehmen, die Restrukturierungen rechtfertigen wollen? Wird sauber zwischen Szenarien und gesicherten Daten unterschieden? Und wird erklärt, welche Annahmen hinter beeindruckenden Zahlen wie den 300 Milliarden Euro Bankgewinnen stecken? Seriöse Quellen wie OECD, IWF, WEF, McKinsey oder unabhängige Forschungsinstitute sind gute Anlaufstellen, um Schlagzeilen gegen nüchterne Analysen zu spiegeln.

Die IBM-Entlassungen wegen künstlicher Intelligenz sind kein isoliertes Ereignis, sondern Teil einer größeren Verschiebung: Unternehmen bauen Personal in Bereichen ab, die sich mit KI und Software leichter skalieren lassen, und investieren massiv in digitale Plattformen, Rechenzentren und datengetriebene Geschäftsmodelle, wie Yahoo Finance berichtet. Für Banken bedeutet das, dass KI-Agenten nicht nur ein Trendbegriff sind, sondern potenziell Milliardenbeträge an zusätzlichem Gewinn freisetzen können – wenn Technologie, Organisation und Regulierung zusammenpassen, wie die BCG-Studie zeigt. Für Beschäftigte liegt der Schlüssel darin, eigene Aufgaben genau zu verstehen, die Teile zu identifizieren, die sich automatisieren lassen, und sich gezielt dort weiterzubilden, wo menschliche Stärken wie Empathie, Urteilsvermögen und Kreativität gefragt sind, wie das World Economic Forum betont.

Anstatt nur auf Schlagzeilen über Jobabbau oder Rekordgewinne zu reagieren, lohnt es sich, beides zusammenzudenken: KI ist zugleich Rationalisierungshebel und Innovationsmotor. Ob sie am Ende mehr Chancen oder Risiken bringt, hängt stark davon ab, wie Unternehmen, Politik und jede und jeder Einzelne mit ihr umgehen – heute, nicht erst 2030, wie die OECD hervorhebt. Wenn du die Entwicklungen aufmerksam verfolgst, Quellen prüfst und deine eigenen Fähigkeiten aktiv weiterentwickelst, kannst du aus der aktuellen Welle mehr machen als nur eine bedrohliche Schlagzeile.

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