Rohit Prasad verlässt Amazon AI

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Lisa Ernst · 20.12.2025 · Technik · 4 min

Die Tech-Welt erlebt eine schnelle Transformation von Personalnachrichten zu strukturellen Veränderungen. Amazons jüngste Umstrukturierung der KI-Spitze, verbunden mit dem Abgang von Rohit Prasad, ist ein Beispiel dafür. Diese Neuordnung integriert KI-Modelle, Chips und Quantencomputing unter einer neuen Führung.

Amazons KI-Strategie

Amazon ordnet seine KI-Spitze neu. Rohit Prasad wird das Unternehmen Ende 2025 verlassen. Diese Entscheidung ist Teil einer größeren Neuordnung der KI-Organisation. Reuters berichtete am 17. Dezember 2025 über diese Entwicklung.

Amazon-CEO Andy Jassy bestätigte in einem veröffentlichten Leadership-Update, dass Prasad "at the end of this year" ausscheidet. Der Kern der Ankündigung ist ein Umbau: Peter DeSantis übernimmt eine neue Organisation, die Amazons KI-Modelle, Custom-Silicon und Quantum Computing gemeinsam führen soll. Jassy betonte, dass DeSantis direkt an ihn berichten wird. Reuters beschreibt diese neue Einheit ebenfalls als Bündel aus KI-Modellen, Chips und Quantum, was einen größeren KI-Schwerpunkt signalisiert.

Rohit Prasad, der langjährige Leiter der KI-Abteilung bei Amazon und Architekt von Alexa, verlässt das Unternehmen.

Quelle: news18.com

Rohit Prasad, der langjährige Leiter der KI-Abteilung bei Amazon und Architekt von Alexa, verlässt das Unternehmen.

Jassy verortet Prasads Einstieg bei Amazon im Jahr 2013, verbunden mit den frühen Alexa-Jahren. Alexa wird als Dienst beschrieben, der "hundreds of millions" Kund:innen täglich berührt. Reuters ordnet Prasad ebenfalls als zentrale Figur im Alexa-Umfeld ein und stellt seinen Wechsel in den Kontext von Amazons KI-Strategie.

In den letzten zwei Jahren verantwortete Prasad den Aufbau von „Amazon Nova“ und der Organisation, die Amazon intern „AGI“ nennt. Amazon spricht dabei von zwölf „foundation models“, die von „tens of thousands of companies“ genutzt würden.

Technologische Schwerpunkte

Amazon stellt DeSantis im Memo als langjährigen AWS-Manager dar, der unter anderem an zentralen Infrastrukturbausteinen wie EC2 beteiligt war. Jassy nennt zudem die Übernahme von Annapurna Labs im Jahr 2015 als Station, die eng mit Amazons Custom-Silicon zusammenhängt. Reuters verknüpft diese Chip-Linie direkt mit Amazons heutigen Prozessor- und KI-Beschleunigerfamilien, die im Markt unter Namen wie Graviton und Trainium bekannt sind.

Die Logik dahinter beschreibt Amazon selbst als Optimierung „across models, chips, and cloud software and infrastructure“. Dies betrifft den Alltag von Teams, die GenAI-Produkte entwickeln: Modell-Qualität, Latenz, Kosten und Hardware-Verfügbarkeit hängen eng zusammen.

Rohit Prasad war maßgeblich an der Entwicklung von Alexa und anderen KI-gesteuerten Produkten bei Amazon beteiligt.

Quelle: msn.com

Rohit Prasad war maßgeblich an der Entwicklung von Alexa und anderen KI-gesteuerten Produkten bei Amazon beteiligt.

Produkt und Anwendung

Amazon positioniert „Amazon Nova“ als Modellfamilie, die über Amazon Bedrock nutzbar ist. AWS dokumentiert die Nutzung der Nova-Modelle in Bedrock über die entsprechenden APIs und Parameter in der offiziellen Dokumentation. AWS kündigte am 2. Dezember 2025 „Amazon Nova 2“ für Bedrock an, inklusive „Nova 2 Lite“ und „Nova 2 Pro (Preview)“.

Parallel dazu schiebt Amazon das Thema „agentic AI“ sichtbar nach vorn, also Systeme, die nicht nur antworten, sondern Aufgaben in Tools und Oberflächen ausführen. In diesem Kontext beschreibt Amazon „Nova Act“ als Ansatz, der Browser-Aktionen automatisiert und damit reale UI-Workflows abbilden soll. Die re:Invent-Übersicht von Amazon selbst bündelt Nova, Chips und weitere KI-Bausteine als zusammengehörige Linie in der Produktkommunikation. Auch der AWS-Blog fasst die re:Invent-2025-Ankündigungen rund um Nova in einem Sammelbeitrag zusammen.

Forschung und Entwicklung

Jassy schreibt, dass Pieter Abbeel das „frontier model research team“ innerhalb der AGI-Organisation führen soll. Im selben Memo nennt Amazon Abbeel als Mitgründer von Covariant und verknüpft seine Erfahrung mit generativer KI und Reinforcement Learning mit der Weiterentwicklung der eigenen Modelle. Reuters greift diese Personalie ebenfalls auf und ordnet Abbeel als Leiter der Frontier-Model-Forschung ein.

Dass Amazon Robotics und Foundation-Model-Arbeit enger zusammendenkt, ist nicht neu: Amazon hatte 2024 angekündigt, Covariant-Gründer einzustellen und eine nicht-exklusive Lizenz für Covariants „robotic foundation models“ zu nehmen. TechCrunch berichtete damals ebenfalls über die Einstellung der Gründer und den Lizenz-Deal.

Ausblick und Implikationen

Amazon kommuniziert den Abschied von Rohit Prasad als Teil einer größeren Neuaufstellung, die KI-Modelle, Custom-Chips und Quantum unter eine gemeinsame Führung bringt. Die Entscheidung, Peter DeSantis direkt an den CEO berichten zu lassen, signalisiert, dass das Thema nicht mehr nur ein AWS-Baustein ist, sondern ein konzernweiter Schwerpunkt mit Infrastruktur- und Produktfolgen. Für Kund:innen und Entwicklerteams ist entscheidend, ob diese Bündelung schneller zu besseren, günstigeren und verlässlicheren KI-Produkten führt – und ob Amazon die Brücke von Modellen über Bedrock bis hin zu agentischen Anwendungen konsequent schließt. Die Nova-Modelle in Bedrock und die Dokumentation ihrer Parameter sowie die Fokussierung auf agentische KI sind hierbei zentrale Elemente.

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