KI-Umsatz Black Friday 2025
Der Black Friday 2025 markiert einen Wendepunkt im Onlinehandel: Künstliche Intelligenz (KI) hat sich von einem Experiment zu einem messbaren Umsatztreiber entwickelt. U.S.-Kund:innen gaben online ein Rekordvolumen von 11,8 Mrd. US-Dollar aus, ein Plus von 9,1 % gegenüber dem Vorjahr, wie Adobe Analytics über Reuters meldet. Parallel dazu zeigen Salesforce-Daten, dass KI-Agenten und Empfehlungssysteme weltweit rund 14,2 Mrd. US-Dollar an Online-Umsätzen beeinflusst haben. Die Indian Express betont, dass generative KI damit vom Experiment zum klar messbaren Umsatztreiber geworden ist.
KI-Agenten im E-Commerce
Die Frage, ob der Einsatz von KI-Verkaufsagenten im E-Commerce profitabel ist, lässt sich anhand konkreter Beispiele beantworten. Walmart setzt mit Sparky einen generativen KI-Assistenten ein, der Bewertungen zusammenfasst, Anwendungsfälle versteht und Produktempfehlungen im Gespräch ausspielt. Sparky soll mittelfristig Re-Orders, Service-Bookings und multimodale Eingaben beherrschen und wird als „AI-powered retail companion“ für den gesamten Einkaufsprozess entwickelt. Im Oktober 2025 startete Walmart eine Partnerschaft mit OpenAI, die es Kund:innen in den USA ermöglicht, Walmart-Produkte direkt aus ChatGPT heraus zu bestellen, wobei Sparky als KI-Backend dient.
Amazon verfolgt einen ähnlichen Ansatz mit Rufus, einem generativen KI-Shopping-Assistenten, der auf dem kompletten Produktkatalog, Kundenbewertungen und Q&A-Daten trainiert ist und direkt in der Amazon-App verfügbar ist. Laut Amazon sind Kunden, die mit Rufus interagieren, etwa 60 % eher geneigt, einen Kauf abzuschließen, was dem Unternehmen mehrere Milliarden US-Dollar zusätzlichen Jahresumsatz bescheren soll, wie Yahoo Finance berichtet.
Auch andere große Händler setzen auf KI-Verkaufsagenten. Business Insider beschreibt, wie Target, eBay, Home Depot, Lowe’s und Abercrombie eigene Agenten für Geschenkberatung, Projektkalkulation oder DIY-Support einsetzen. Salesforce prognostiziert für die Cyber Week 2025 globale Online-Umsätze von 334 Mrd. US-Dollar, wovon 73 Mrd. US-Dollar – rund 22 % – von KI-Agenten beeinflusst werden sollen. Retailer, die bereits eigene Agenten auf der Website einsetzen, erzielten laut Salesforce in den Wochen vor der Cyber Week ein siebenfach höheres U.S.-Umsatzwachstum (13 % vs. 2 %) als Händler ohne Agenten. Damit werden KI-Verkaufsagenten im E-Commerce von einem Experiment zu einer messbaren Wachstumsmaschine.

Quelle: analytics-agentur.ch
KI-Agenten könnten den Black Friday 2025 durch personalisierte Beratung und optimierte Einkaufserlebnisse revolutionieren.
Personalisiertes Online-Shopping mit Chatbots
Personalisiertes Online-Shopping mit Chatbots hat sich schnell weiterentwickelt. Laut Salesforce’ Connected-Shoppers-Report nutzen bereits 39 % der Verbraucher – und mehr als die Hälfte der Gen-Z-Kund:innen – KI für Produktsuche und -entdeckung. Eine Capgemini-Studie zeigt, dass fast drei von fünf Konsument:innen klassische Suchmaschinen teilweise durch generative KI ersetzen; zwei Drittel der Millennials und Gen-Z greifen für Produktempfehlungen auf Tools wie ChatGPT zurück.
Shopify berichtet, dass Händler, die während Black Friday 2024 KI-gestützte Chatbots einsetzten, im Schnitt rund 15 % höhere Conversion-Rates verzeichneten, da Bots Fragen zu Produkten, Größen und Lieferzeiten in Echtzeit klären. Eine Analyse von Bain & Company zu „Agentic AI in Retail“ zeigt, dass 17 % der Online-Shopper ihre Holiday-Einkäufe inzwischen direkt mit einer KI-Plattform wie ChatGPT oder Perplexity starten; 52 % der Millennials und 25 % der Gen-Z geben an, für den Shopping-Start bewusst einen KI-Assistenten zu nutzen.
Eine weitere Studie aus dem Shopify-Ökosystem weist darauf hin, dass 81 % der Konsument:innen offen dafür sind, KI bei der Suche nach den besten Preisen, beim Coupon-Tracking oder beim Vergleich von Bewertungen einzusetzen. Wie diese neue Form des Shoppings aus Kund:innensicht aussieht, zeigen Nachrichtenbeiträge wie „AI could be a game changer for your Black Friday shopping“.
Quelle: YouTube
Statt sich durch Filter und Kategorien zu klicken, kann eine Kundin im Chat schreiben: „Suche ein Geschenk für meine Schwester, 32, viel unterwegs, Budget 150 Euro.“ Ein generativer Assistent kombiniert Produktempfehlungen aus dem Katalog mit Bewertungen, Lagerbestand und Versanddauer und schlägt in Sekunden passende Bundles vor. Dieser Übergang von manueller Suche zu dialogischer Beratung macht Chatbots zu echten Umsatztreibern.
Wie Händler generative KI im Marketing nutzen
Die Nutzung generativer KI im Marketing ist 2025 operatives Tagesgeschäft. McKinsey beschreibt unter dem Begriff „agentic commerce“, wie KI-Agenten Produktsuche, Vergleich, Warenkorb und Checkout übernehmen und wie Händler ihr Marketing so umbauen müssen, dass nicht mehr nur Menschen, sondern zunehmend Agenten adressiert werden. BCG argumentiert ähnlich und sieht Agentic AI als nächsten großen Hebel, um Personalisierung, Dynamic Pricing und Kampagnenoptimierung durch autonome Systeme zu orchestrieren.
Im Black-Friday-Kontext bedeutet dies konkret:
- Generative Creatives: Die Erstellung von Hunderten Varianten eines Banners oder einer Video-Ad läuft in Sekunden, inklusive automatischer Tests und Optimierung im laufenden Kampagnenbetrieb, wie BluConnet für Black-Friday-Advertising beschreibt.
- Always-on-Personalisierung: Shopify zeigt, wie Händler über KI-gestützte Suche, Filter und Recommendation-Apps jeden Klick nutzen, um dynamische Produktvorschläge und Bundles zu berechnen.
- Agent-optimierte Landingpages: Berichte von Reuters beschreiben, wie Händler beginnen, Inhalte explizit für KI-Crawling und „Generative Engine Optimization“ aufzubereiten, damit ChatGPT, Gemini & Co. ihre Produkte im Antwort-Ranking besser platzieren.
Eine Best-of-Compilation zu diesen Themen bietet das Video „How Agentic AI Will Transform Retail Forever“ mit einem AWS-Retail-Lead.
Quelle: YouTube
Salesforce zeigt im Video „Agentforce for Retailers“, wie Commerce-, Service- und Marketing-Agenten aus einem Datenlayer heraus orchestriert werden können. Für Händler bedeutet dies, dass sich Kreativität im Marketing weg von der manuellen Produktion hin zur Definition von Guardrails, Zielgruppen und KPIs verschiebt, innerhalb derer KI-Systeme in hoher Frequenz experimentieren dürfen.
Daten & Auswirkungen
Die Holiday-Auswertung 2024 von Salesforce zeigt: 1,2 Bio. US-Dollar Online-Umsatz global, davon 229 Mrd. US-Dollar direkt von KI und Agenten beeinflusst; 19 % aller Käufe wurden von Empfehlungssystemen, personalisierten Angeboten oder Conversational Service-Bots mitgestaltet. Der Einsatz generativer KI-Features wie Agents stieg während der Saison um 25 % gegenüber September/Oktober 2024, und KI-basierte Chats für den Kundenservice wurden 42 % häufiger genutzt als im Vorjahr. Salesforce schätzt für 2025, dass allein in der Cyber Week 334 Mrd. US-Dollar an globalen Online-Umsätzen generiert werden – 78 Mrd. US-Dollar davon in den USA –, wovon 73 Mrd. US-Dollar auf den Einfluss von KI-Agenten und -Empfehlungen entfallen sollen. Das entspricht 22 % aller Cyber-Week-Verkäufe, ein Anstieg von 60 Mrd. US-Dollar im Vorjahr auf 73 Mrd. US-Dollar 2025.

Quelle: de.statista.com
Prognostizierte Online-Umsätze für Black Friday und Singles Day in der Schweiz bis 2025 verdeutlichen das Wachstumspotenzial.
Parallel dazu zeigt Digital Commerce 360, dass Shopper:innen, die generative KI-Plattformen nutzen, im Schnitt 38 % häufiger einen Kauf abschließen als jene, die ohne KI shoppen. Diese Zahlen beschreiben sehr klar, wie Black-Friday-Traffic künftig bewertet wird: Nicht mehr nur „Besuche“ und „Klicks“ zählen, sondern Sichtbarkeit in KI-Oberflächen – von Onsite-Agents über ChatGPT-Integrationen bis hin zu Agentic-Commerce-Protokollen, die Salesforce zusammen mit Stripe und anderen Payment-Providern in den Markt bringt, wie fintechmagazine.com berichtet.
Was passiert, wenn Händler keine KI einsetzen?
Händler, die Black Friday 2025 noch ohne KI-Agenten bestreiten, riskieren mehrere Nachteile. Die Baymard-Daten, die Couture.ai aufgreift, beziffern die globale Warenkorbabbruchquote nach wie vor auf über 70 %; 48 % der Abbrüche gehen auf unerwartete Kosten, 22 % auf komplexe Checkouts zurück. Genau hier setzen KI-Shopping-Agenten an: Sie erklären Gebühren, optimieren Versandoptionen und können im Checkout aktiv nach besseren Kombinationen aus Coupon, Zahlungsart und Lieferzeit suchen.
Weltweit zeigt die Befragung von Worldpay, dass 44 % der Konsument:innen bereit wären, eine KI eigenständig für sie einkaufen zu lassen – unter der Bedingung, dass Budget und Regeln klar definierbar bleiben. Parallel prognostiziert Morgan Stanley, dass bis 2030 fast die Hälfte aller U.S.-Online-Shopper AI-Agenten nutzt und diese zusätzliche 115 Mrd. US-Dollar zum E-Commerce-Volumen beitragen könnten.

Quelle: it-business.de
Die wachsende Marktgröße der Künstlichen Intelligenz bis 2030 unterstreicht ihre transformative Kraft für den E-Commerce und Events wie den Black Friday.
Händler, die jetzt keine KI-Infrastruktur aufbauen, riskieren:
- Ihre Produkte tauchen in KI-Empfehlungen seltener auf, weil strukturierte Daten, API-Zugänge und Agent-freundliche Inhalte fehlen – ein Punkt, den McKinsey im Kontext von „agentic commerce“ explizit anspricht.
- Sie hinken beim Service hinterher, weil ihre Support-Teams auf Peak-Tage wie Black Friday nur mit Überstunden statt mit skalierenden Chat- und Voice-Bots reagieren können, während Anbieter wie Text.com genau für diese Peaks spezialisierte Black-Friday-AI-Toolchains anbieten.
Gleichzeitig entsteht ein neues Spannungsfeld um Datenzugriffe: Amazon blockiert beispielsweise das Shopping-Research-Feature von ChatGPT für seine Website, weil es nicht möchte, dass fremde Agenten seine Produktdaten abgreifen und Kunden möglicherweise in andere Shops lenken, wie Tom's Guide berichtet. Die Klage Amazons gegen Perplexity wegen eines „agentic“ Shopping-Tools zeigt, wie hart umkämpft die Kontrolle über Shopping-Agents bereits ist. Wer KI ignoriert, verliert nicht nur Conversion-Potenzial, sondern mittelfristig auch Sichtbarkeit an eine neue Schicht von Gatekeepern – die KI-Agenten der Kund:innen.
Fazit: KI-Agenten sind die neuen Umsatztreiber – und neue Gatekeeper
Black Friday 2025 macht sichtbar, was seit Monaten in Studien und Pilotprojekten angelegt war: KI-Agenten sind kein Side-Tool mehr, sondern ein zentraler Teil der Wertschöpfung im Onlinehandel. Rekordumsätze wie 11,8 Mrd. US-Dollar Online-Sales in den USA und zweistellige Milliardenbeträge, die direkt von KI-Agenten beeinflusst werden, zeigen, dass sich Investitionen in generative KI, Personalisierung und Conversational Commerce konkret auszahlen (Reuters; Digital Commerce 360; Salesforce).
Morgan Stanley, McKinsey, BCG, Salesforce und andere kommen übereinstimmend zu dem Schluss, dass Agentic-Commerce-Modelle in den nächsten Jahren einen signifikanten Teil des E-Commerce-Wachstums treiben werden.
Für Händler heißt das:
- Kurzfristig entscheidet der Einsatz von KI-Agenten über effizienteres Marketing, höhere Conversion und stabileren Kundensupport an Peak-Tagen.
- Mittelfristig entscheidet die Sichtbarkeit in KI-Oberflächen darüber, ob die eigenen Produkte überhaupt noch in die engere Auswahl von Menschen und deren digitalen Einkaufsagenten kommen.
Wer also beim nächsten Black Friday wieder nur die Rabatte optimiert, aber nicht seine KI-Strategie, optimiert längst nicht mehr das ganze System – sondern nur noch den Preis in einem Markt, den andere Agenten steuern.